Das anfänglich elitäre Zahlungsmittel Kreditkarte ist heute in allen Bevölkerungsgruppen weit verbreitet. In Deutschland sind etwa 24 Millionen Kreditkarten im Umlauf, auch weil die Plastikkarte mittlerweile leicht zu bekommen ist. Voraussetzungen, um eine Kreditkarte beantragen zu können, sind die Vollendung des 18. Lebensjahres und ein regelmäßiges Einkommen. Dabei spielt die Höhe der Einkünfte selten eine Rolle, da der Kreditrahmen bei jedem Kunden individuell angepasst wird. Viele Anbieter halten sogar maßgeschneiderte Angebote für Auszubildende und Studenten bereit.
Die Kreditkarte differenziert sich in verschiedene Varianten. So gibt es zum einen solche, die dem klassischen Sinn der Karte entsprechen und dem Kunden bei der Nutzung einen echten Kredit einräumen. Dieser wird mit monatlichen Raten wieder beglichen. Die in Deutschland verbreitetste Form ist die sogenannte Chargekarte.
Auch hier gibt es einen Verfügungsrahmen, der aber innerhalb eines Monats zu tilgen ist. Bei der Debitkarte erfolgt direkt nach der Zahlung die Belastung auf dem Konto, so dass diese Form der Kreditkarte kaum anders funktioniert als die übliche EC-Karte. Einen Hybrid aus Chargekarte und Debitkarte bildet die Daily-Chargekarte. Hier wird ein Kartenkonto mit Guthaben geführt, welches ebenfalls sofort nach Transaktion belastet wird. Sollte das Guthaben aufgebraucht sein, wird wie bei der Chargekarte ein kurzfristiger Kredit eingeräumt.
Die Kreditkarte spielt heute eine entscheidende Rolle im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Sie eröffnet dem Inhaber die Möglichkeit, im Internet und im Ausland bequem zu bezahlen. Die Währung spielt dabei keine Rolle. Außerdem sind mit einer Kreditkarte oft zahlreiche Serviceleistungen verbunden.
Sei es ein 24-Stunden-Ersatzservice bei Kartenverlust oder eine Reiserechtsschutzversicherung – die Kreditkarten-unternehmen bieten ein großes Servicespektrum.
Durch eine breite Produktdifferenzierung ist die Kreditkarte auch heute noch mehr als ein Zahlungsmittel. Vielmehr kann sie als Statussymbol dienen, mit dem sich der Kunde identifziert. So treten beispielsweise Kreditkarten von Fußballvereinen am Markt auf, Karten, deren Design vom Kunden bestimmt wird oder einfach Premium- und Platinkarten, die nicht jedem zugänglich sind. Diese Exklusivität stellt eine klassische Win-Win-Situation da. Der Karteninhaber hat ein individuelles Produkt mit persönlicher Aussage und der Anbieter profitiert vom Werbeeffekt des Kartenbrandings.
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